Staatsbesuch des algerischen Präsidenten Bouteflika
08.12.2010
Anlässlich des Staatsbesuchs des algerischen Präsidenten Bouteflika veranstaltete der BDI gemeinsam mit der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie mit dem Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft am 7. Dezember 2010 ein Wirtschaftsgespräch mit deutschen Unternehmensvertretern in Berlin. Von algerischer Seite nahmen S.E. Herr Mourad Medelci, Minister für Auswärtige Angelegenheiten, S.E. Herr Youcef Yousfi, Minister für Energie und Bergbau, sowie S.E. Herr Mohammed Benmeradi, Minister für Industrie, KMU und Investitionsförderung, teil.
Im Laufe des Gespräches skizzierten die anwesenden Minister die wirtschaftspolitische Agenda Algeriens und luden deutsche Unternehmen ein, sich an den strategischen Projekten der Regierung zu beteiligen.
Energieminister Youcef Yousfi erklärte, dass bis 2014 10 Mrd. US-$ in die Energiewirtschaft fließen sollen. Der Ausbau der Öl- und Gasexploration stehe nach wie vor im Mittelpunkt. Jedoch wolle man auch die Kapazitäten im petrochemischen Downstream-Bereich signifikant ausbauen. Die Beteiligung deutscher Unternehmen sei ausdrücklich gewünscht.
Bezüglich der Stromversorgung kündigte er an, dass Algerien in Kürze beginnen wird, massiv in die Erneuerbaren Energien einzusteigen. Bisher war der viertgrößte Erdgasproduzent der Welt eher zurückhaltend. 10.000 MW Strom aus solaren und geothermischen Quellen sei das kurz- bis mittelfristige Ziel. Dabei soll der Strom zunächst primär für den algerischen Markt produziert werden. Einen Export des Stroms nach Europa schloss Minister Yousfi nicht aus. Wenn die Europäische Union daran Interesse hätte, müsse Sie aber auch die physische und regulatorische Infrastruktur dafür bereitstellen.
Industrieminister Benmeradi betonte, dass Algerien vor allem darum bemüht ist, die weiterverarbeitenden Industrien zu stärken. Bspw. sollen bis 2014 fünf Mrd. US-$ im Stahl- und Zementbereich investiert werden. Zugleich wies er darauf hin, dass europäische Unternehmen bisher unterproportional in Algerien investiert haben. Bisher betrügen europäische Investitionen lediglich drei Mrd. US-$.
Mit Blick auf die jüngsten Anpassungen der Wirtschaftsgesetzgebung haben die algerischen Minister deutlich gemacht, dass Algerien an seinem derzeitigen Kurs festhalten werde. Primäres Ziel ist es, die eigene Wirtschaft international wettbewerbsfähig zu machen, die Importabhängigkeit zu senken und vor allem einen Technologie- und Know-how-Transfer zu bewirken. Vor diesem Hintergrund ist derzeit nicht zu erwarten, dass Algerien seine seit 2009 bestehenden Regelungen zur verpflichtenden Beteiligung lokaler Partner an ausländischen Investitionsprojekten (51 %) sowie an Handelsgesellschaften (30 %) zurücknehmen wird. Auch hinsichtlich des Transfers von Unternehmensgewinnen ins Ausland sowie der Teilnahme ausländischer Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen hat Algerien kürzlich restriktivere Regelungen erlassen. Allerdings betonten die Minister auch, dass für diejenigen Unternehmen, die bereit sind, die Beteiligung lokaler Partner an Projekten zu akzeptieren sowie Ausbildungs- und Technologietransferkomponenten in ihre Engagements zu integrieren, sehr gute Geschäftsmöglichkeiten in Algerien bestehen.
Mit dem Ziel, eine Verbesserung des Geschäftsklimas für deutsche Unternehmen in Algerien herbeizuführen, hat Herr Dr. Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, den algerischen Ministern im Rahmen des Gespräches ein Petita-Papier der Deutschen Wirtschaft übergeben. Zentrales Anliegen ist neben der Lockerung der Investitionsbeschränkungen und der Gleichbehandlung in- und ausländischer Bieter bei öffentlichen Ausschreibungen die Einrichtung einer deutsch-algerischen Gemischten Wirtschaftskommission. Ein solches Gremium böte beiden Seiten die Möglichkeit, sich kontinuierlich über Projekte und Anliegen auszutauschen.
Algerien plant Investitionen von 280 Mrd. US-$ bis 2014
Beim Wirtschaftsgespräch mit deutschen Unternehmen ruft der algerische Industrieminister zu engerer Kooperation mit algerischen Partnern auf.
Die algerische Regierung beabsichtigt, in den kommenden fünf Jahren mehr als 280 Mrd. US-$ in die Modernisierung der Infrastruktur und des Industriesektors zu investieren. Das Land verfügt derzeit über rund 150 Mrd. US-$ an Devisenreserven und ist nahezu schuldenfrei.Anlässlich des Staatsbesuchs des algerischen Präsidenten Bouteflika veranstaltete der BDI gemeinsam mit der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie mit dem Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft am 7. Dezember 2010 ein Wirtschaftsgespräch mit deutschen Unternehmensvertretern in Berlin. Von algerischer Seite nahmen S.E. Herr Mourad Medelci, Minister für Auswärtige Angelegenheiten, S.E. Herr Youcef Yousfi, Minister für Energie und Bergbau, sowie S.E. Herr Mohammed Benmeradi, Minister für Industrie, KMU und Investitionsförderung, teil.
Im Laufe des Gespräches skizzierten die anwesenden Minister die wirtschaftspolitische Agenda Algeriens und luden deutsche Unternehmen ein, sich an den strategischen Projekten der Regierung zu beteiligen.
Energieminister Youcef Yousfi erklärte, dass bis 2014 10 Mrd. US-$ in die Energiewirtschaft fließen sollen. Der Ausbau der Öl- und Gasexploration stehe nach wie vor im Mittelpunkt. Jedoch wolle man auch die Kapazitäten im petrochemischen Downstream-Bereich signifikant ausbauen. Die Beteiligung deutscher Unternehmen sei ausdrücklich gewünscht.
Bezüglich der Stromversorgung kündigte er an, dass Algerien in Kürze beginnen wird, massiv in die Erneuerbaren Energien einzusteigen. Bisher war der viertgrößte Erdgasproduzent der Welt eher zurückhaltend. 10.000 MW Strom aus solaren und geothermischen Quellen sei das kurz- bis mittelfristige Ziel. Dabei soll der Strom zunächst primär für den algerischen Markt produziert werden. Einen Export des Stroms nach Europa schloss Minister Yousfi nicht aus. Wenn die Europäische Union daran Interesse hätte, müsse Sie aber auch die physische und regulatorische Infrastruktur dafür bereitstellen.
Industrieminister Benmeradi betonte, dass Algerien vor allem darum bemüht ist, die weiterverarbeitenden Industrien zu stärken. Bspw. sollen bis 2014 fünf Mrd. US-$ im Stahl- und Zementbereich investiert werden. Zugleich wies er darauf hin, dass europäische Unternehmen bisher unterproportional in Algerien investiert haben. Bisher betrügen europäische Investitionen lediglich drei Mrd. US-$.
Mit Blick auf die jüngsten Anpassungen der Wirtschaftsgesetzgebung haben die algerischen Minister deutlich gemacht, dass Algerien an seinem derzeitigen Kurs festhalten werde. Primäres Ziel ist es, die eigene Wirtschaft international wettbewerbsfähig zu machen, die Importabhängigkeit zu senken und vor allem einen Technologie- und Know-how-Transfer zu bewirken. Vor diesem Hintergrund ist derzeit nicht zu erwarten, dass Algerien seine seit 2009 bestehenden Regelungen zur verpflichtenden Beteiligung lokaler Partner an ausländischen Investitionsprojekten (51 %) sowie an Handelsgesellschaften (30 %) zurücknehmen wird. Auch hinsichtlich des Transfers von Unternehmensgewinnen ins Ausland sowie der Teilnahme ausländischer Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen hat Algerien kürzlich restriktivere Regelungen erlassen. Allerdings betonten die Minister auch, dass für diejenigen Unternehmen, die bereit sind, die Beteiligung lokaler Partner an Projekten zu akzeptieren sowie Ausbildungs- und Technologietransferkomponenten in ihre Engagements zu integrieren, sehr gute Geschäftsmöglichkeiten in Algerien bestehen.
Mit dem Ziel, eine Verbesserung des Geschäftsklimas für deutsche Unternehmen in Algerien herbeizuführen, hat Herr Dr. Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, den algerischen Ministern im Rahmen des Gespräches ein Petita-Papier der Deutschen Wirtschaft übergeben. Zentrales Anliegen ist neben der Lockerung der Investitionsbeschränkungen und der Gleichbehandlung in- und ausländischer Bieter bei öffentlichen Ausschreibungen die Einrichtung einer deutsch-algerischen Gemischten Wirtschaftskommission. Ein solches Gremium böte beiden Seiten die Möglichkeit, sich kontinuierlich über Projekte und Anliegen auszutauschen.
