Internationale Klimapolitik

Internationale Klimapolitik

Der BDI will effektiven und kosteneffizienten Klimaschutz weltweit. In diesem Zusammenhang muss es auf internationaler Ebene zu einem vernünftigen post 2012-Klimaregime mit klaren Zielen kommen.

Die entscheidende Phase der Verhandlungen im Vorfeld des Weltklimagipfels in Kopen­ha­gen (7. – 18.12.2009), auf dem ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet wer­den soll, hat begonnen. Dabei geht es um den Interes­sens­ausgleich zwischen Industrie-, Schwel­len- und Entwicklungsländern und damit um die Fragen, wer wie viel Treibhaus­gase mindern muss und welche Finanztransfers dafür erforderlich sind.

Bislang ist allerdings noch kein Fortschritt im Hinblick auf ein substantielles „Kopenhagen-Abkommen“ zu erkennen. Gleichzeitig hat die US-EIA (Energy Infor­mation Administration) erklärt, dass unter den derzeit gegebenen Voraussetzungen die glo­balen CO2-Emissionen um 40 Prozent steigen werden (2006 – 2030). Die Wissenschaft (www.ipcc.ch ) hält eine Minderung der Emissionen der Industrieländer um 25 bis 40 Prozent (1990 – 2020) für unbe­dingt erforderlich.

Die USA sind gegenwärtig bestenfalls bereit, ihre Emissionen bis 2020 auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren. Hingegen hat die EU eine einseitige Min­derung von 20 Prozent (1990 – 2020) beschlossen. Die von McKinsey erstellte BDI-Studie (2007; ak­tu­ali­siert 2009) hat ergeben, dass in Deutschland eine Minderung von 30 Prozent (1990 – 2020) zwar anspruchsvoll, aber machbar ist. Bis heute hat Deutschland mehr als 23 Prozent Minde­rung erreicht (bezogen auf 1990). Die deutsche Industrie hat hierzu ganz maßgeblich beigetragen.

USA und China alleine stehen heute für 40 Prozent des weltweiten CO2. Entwicklungs- und Schwel­lenländer wie China und Indien, die laut Kyoto-Protokoll ih­ren Ausstoß von Treib­haus­gasen nicht senken müssen, sind inzwischen für mehr als die Häl­fte des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. China ist Ende 2008 vor allem aufgrund seines enormen Wirt­schafts­wachstums vor den USA an die erste Stelle als CO2-Verursacher in der Welt getreten. Indien ist dabei, Russland auf Rang drei abzulösen.

Hauptanliegen der deutschen Industrie ist die Schaffung eines „level playing field“. Al­le großen Emittenten müssen in ein neues Klimaabkommen ein­bezogen werden, wobei für alle Industrieländer vergleichbare verbindliche absolute Min­derungsziele festgelegt wer­den und Schwellenländer angemessene Beiträge zur Be­gren­zung ihrer Emissionsan­stiege leisten müssen.

Die deutsche Industrie fordert klare Regelungen und Anreize für die Entwick­lung sowie stärkere Verbreitung und Anwendung von „low carbon“- Technologien sowie die konsequente Weiterentwicklung und Stärkung des Clean Development Mechanism (CDM).