Multilaterale Handelspolitik
Deutschland ist eines der führenden Länder beim Außenhandel. Fast 90 Prozent der Exporte kommen dabei aus der Industrie. Der BDI unterstützt weltweiten Handel als Basis für globalen Wohlstand und Entwicklung.
Grenzüberschreitender Handel fördert die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Welt. Ein vollständiger Zollabbau in allen Ländern würde weltweite Wohlfahrtsgewinne von jährlich rund 130 Mrd. Euro erzeugen, mehr als 50 Prozent davon in Entwicklungsländern. Dennoch wird der internationale Waren- und Dienstleistungshandel nach wie vor durch eine Vielzahl von tarifären und nicht-tarifären Barrieren behindert.
Die multilaterale Liberalisierung unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) ermöglicht die weltweite Verankerung verbindlicher und diskriminierungsfreier Regeln und den weltweiten Abbau von Handelshemmnissen. Mit ihrer verbindlichen Streitbeilegung ist die WTO das unverzichtbare rechtliche Rückgrat der internationalen Handelsordnung. Die laufende Welthandelsrunde (Doha-Runde) sollte nach Meinung des BDI noch 2009 abgeschlossen werden. Ein ambitionierter und ausgewogener Abschluss ist das beste Signal für den Freihandel und gegen Protektionismus.
Die EU ist bereit, im Agrar-, Dienstleistungs- und Güterhandel umfangreiche Liberalisierungsverpflichtungen einzugehen. Im Gegenzug fordert der BDI für alle Industriesektoren substanziell besseren Marktzugang, insbesondere in die großen Schwellenländer wie Brasilien, China und Indien. Ein geeigneter Weg dahin, sind Sektorabkommen, an denen sich alle Haupthandelsnationen in den jeweiligen Gütersegmenten zu Liberalisierungsschritten verpflichten.
