World Energy Outlook

WEO 2011-Veranstaltung

World Energy Outlook zeigt globale Trends der Energieversorgung

11.11.2011

In der vergangenen Woche stellte die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihren diesjährigen World Energy Outlook vor.

Der Chefökonom der IEA, Dr. Fatih Birol, hat am 11. November auf einer gemeinsamen Veranstaltung des BMWi, des BDI und des Weltenergierat – Deutschland den World Energy Outlook 2011 präsentiert.

Der Untersuchung liegen drei Szenarien zugrunde. Dem New Policies Scenario kommt dabei am ehesten der Charakter einer Prognose zu. Es basiert auf den derzeit gültigen politischen Zusagen und den angekündigten Vorhaben zur Begrenzung der Emissionen von Treibhausgasen, zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und zur Reduzierung lokaler Umweltbelastungen.

Die IEA erwartet demnach, dass auch in anderen Weltregionen verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert wird. Dennoch wird die weltweite Energieversorgung auch 2035 noch zu 75 % auf fossilen Energien basieren. 2009 waren es 81 %.

Die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels könnte der Untersuchung zufolge nur mit einer massiven Verschärfung der Maßnahmen zum Klimaschutz realisiert werden. Für kosteneffizienten Klimaschutz müssen alle Optionen genutzt werden. Dazu gehören die Steigerung der Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Nutzung der Kernenergie sowie die breite Anwendung von CCS.

Einige wesentliche Ergebnisse des New Policies Scenario:
• Der weltweite Primärenergieverbrauch nimmt von 12,1 Mrd. Tonnen Öläquivalent im Jahr 2009 um 40 % auf 17,0 Mrd. Tonnen Öläquivalent im Jahr 2035 zu. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum pro Jahr von 1,3 %. Auf Nicht-OECD-Staaten entfallen fast 90 % des erwarteten Anstiegs des globalen Energieverbrauchs.

• Alle Energieträger werden künftig verstärkt nachgefragt. Fossile Energieträger müssen mehr als die Hälfte des Nachfragezuwachses abdecken. Erdöl bleibt der wichtigste fossile Energieträger im globalen Primärenergiemix, obwohl sein Anteil von 33 % im Jahr 2009 auf 27 % im Jahr 2035 sinkt. Die Nachfrage nach Kohle steigt bis etwa Mitte des nächsten Jahrzehnts und geht zum Ende des Betrachtungszeitraums langsam zurück. Der Verbrauch an Erdgas erhöht sich unter allen fossilen Energien am stärksten. Der Anteil der Kernkraft steigt von 6 % im Jahr 2009 auf 7 % im Jahr 2035. Der Einsatz erneuerbarer Energien, wie Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Geothermie, Biomasse und Gezeiten- bzw. Wellenkraft, verdoppelt sich. Ihr Anteil am Primärenergiemix steigt von 13 % im Jahr 2009 auf 18 %.

• Die gesamte globale Stromerzeugung steigt bis 2035 um 81 % im Vergleich zu 2009. Mehr als 80 % dieses Zuwachses entfallen auf Nicht-OECD-Staaten. Für China wird fast eine Verdreifachung der Erzeugung von Elektrizität prognostiziert. Die von 2009 bis 2035 weltweit neu in Betrieb zu nehmende Kraftwerkskapazität beläuft sich auf 5.865 GW. Das entspricht etwa dem 35-fachen der in Deutschland insgesamt installierten Kraftwerksleistung 2010.

• Der Energiemix in der Stromerzeugung ändert sich zulasten der fossilen Brennstoffe. Trotzdem dominieren fossile Energien mit einem Anteil von 56 % im Jahr 2035 (2009: 67 %). Weltweit bleibt Kohle der Hauptbrennstoff für die Stromerzeugung, allerdings geht ihr Anteil von heute 41 % auf 33 % zurück. Der Anteil von Erdgas zur Weltstromerzeugung bleibt mit 22 % stabil. Die Stromerzeugung aus Kernenergie erhöht sich um mehr als 70 %. Das Gewicht der Kernenergie nimmt aber trotz des erwarteten Ausbaus der Kraftwerksleistung leicht ab. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verdreifacht sich zwischen 2009 und 2035. Das stärkste absolute Wachstum unter den Erneuerbaren wird bei Wind erwartet – Verzehnfachung der Stromerzeugung bis 2035. Damit erreicht Wind einen Anteil von 7,5 % an der weltweiten Stromerzeugung. Photovoltaik trägt 2035 mit 2 % zur weltweiten Stromerzeugung bei – so viel wie schon 2010 in Deutschland.

• Der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken erhöht sich im globalen Mittel von 38 % im Jahr 2009 auf 42 % im Jahr 2035. Die Bedeutung von CCS bleibt begrenzt, und zwar auf 3 % der weltweiten Stromerzeugung auf Kohlebasis.

• Die kumulativen Investitionen im Stromsektor bis 2035 werden auf 16.800 Milliarden USD (im Geldwert des Jahres 2010) veranschlagt. Davon entfallen 58 % auf den Neubau von Kraftwerken. Erneuerbare Energien machen mehr als 60 % des Investments in neue Stromerzeugungsanlagen aus. Auf Kohlekraftwerke entfällt – nach erneuerbaren Energien – der größte Anteil der Investitionen im Erzeugungsbereich.

• Der Anteil der neuen erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft gerechnet) an der Stromerzeugung steigt zwischen 2009 und 2035 von 3 % auf 16 %, gefördert durch Subventionen, deren jährliches Volumen sich um fast das Fünffache auf 180 Milliarden USD erhöht. Auch wenn die Kosten der Subventionierung je produzierte Einheit Strom voraussichtlich sinken, sind Erneuerbare bis 2035 auf finanzielle Förderung angewiesen.

• Die globalen energiebedingten CO2-Emissionen erhöhen sich von 29 Milliarden Tonnen im Jahr 2009 um 26 % auf mehr als 36 Milliarden Tonnen im Jahr 2035.

Präsentation von Dr. Fatih Birol

Factsheets der IEA





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