CO2-Emissionsgrenzen für Fahrzeuge

CO2-Emissionsgrenzen für Fahrzeuge

 In den vergangenen Jahren hat die deutsche Automobilindustrie die CO2-Emissionen im Verkehr erheblich reduziert. In den vergangenen Jahren hat die deutsche Automobilindustrie die CO2-Emissionen im Verkehr erheblich reduziert. ©plainpicture/Fancy@VeerInc

Der Beginn dieses Jahres markiert den Start der CO2-Regulierung für Pkw in der Europäischen Union. Der Zielwert für 2012 liegt im EU-Durchschnitt bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer.

Dieser Grenzwert gilt nicht für alle Hersteller gleichermaßen oder gar für einzelne Fahrzeugmodelle. Vielmehr bezieht er sich auf den durchschnittlich von allen ab dem Jahr 2012 in Europa neu zugelassenen Pkw verursachten CO2-Ausstoß. Im Detail heißt das, der erlaubte CO2-Wert wird für jedes in Europa zugelassene Fahrzeug basierend auf dem jeweiligen Fahrzeuggewicht berechnet. Auf Basis dieser Fahrzeugwerte können die Hersteller sodann den Durchschnittswert ihrer Flotten bestimmen.

Deutsche Hersteller müssen 138 Gramm erreichen
So müssten laut jüngsten Berechnungen der EU die deutschen Premiumhersteller aufgrund ihrer etwas größeren Fahrzeuge im Schnitt rund 138 Gramm erreichen, während beispielsweise italienische Hersteller, die überwiegend kleinere Modelle produzieren, nur etwa 121 Gramm schaffen müssten. Die EU-Kommission weist damit den einzelnen Herstellern im Rahmen eines relativen Systems jeweils firmenspezifische CO2-Ziele zu, die je nach Hersteller teilweise unter oder über 130 Gramm liegen. Für die vollständige Erfüllung sieht die EU-Kommission eine Übergangsphase bis 2015 vor.

Diese Regulierung gewährleistet, dass Hersteller größerer Fahrzeuge, die natürlich absolut gesehen mehr CO2-Emissionen verursachen, gegenüber Produzenten kleinerer Autos nicht benachteiligt werden. Denn entscheidend ist die Effizienz eines Fahrzeugs im Verhältnis zu seiner Größe. Nichtsdestotrotz wird von den Herstellern größerer Autos im Ergebnis mehr verlangt als von ihren Wettbewerbern.

Das liegt daran, dass die Regulierung größeren Autos zwar grundsätzlich mehr Spritverbrauch zugesteht, aber von ihnen gleichzeitig eine höhere Reduktionsleistung fordert. So müssten die deutschen Premiumhersteller die CO2-Emissionen ihrer Flotten um rund 25 Prozent senken, während von Wettbewerbern aus Italien oder Frankreich nur eine Reduktion von ungefähr 13 Prozent erwartet wird. Eine Folge dieser herstellerspezifischen Regelungen ist, dass damit auch nicht jedes Land exakt 130 Gramm erreichen muss: Länder, deren »Flotten« mehr kleine Fahrzeuge umfassen, werden unterhalb dieser Marke liegen und Länder mit großen Fahrzeugen oberhalb.

Weitere Einsparungen erforderlich
Die CO2-Regulierung enthält noch einen weiteren Grenzwert von 120 Gramm CO2 pro Kilometer. Diese weiteren zehn Gramm CO2 sind durch den Einsatz von Biokraftstoffen und den Einbau sogenannter ergänzender Maßnahmen einzusparen. Das sind zum Beispiel besonders effiziente Klimaanlagen oder Leichtlaufreifen. Die Hersteller sind zum Einbau dieser Maßnahmen verpflichtet. Den Grenzwert von 130 Gramm sollen die Fahrzeuge in der EU allein durch Verbesserungen der Fahrzeugtechnologie erreichen.

Für einen umfassenden Ansatz zur CO2-Einsparung sind Verbesserungen am Fahrzeug allerdings nur ein Baustein. Damit die Effekte der Verbrauchsminderung nicht in Staus und zäh fließendem Verkehr verloren gehen, ist eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur nötig. Ebenso kann der Fahrer durch eine effiziente Fahrweise einen großen Beitrag leisten, Kraftstoff und damit CO2 zu sparen.

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