Föderalismus in der amtlichen Statistik
Ein wesentlicher Ansatzpunkt für Effizienzverbesserungen in der deutschen amtlichen Statistik ist die Verbesserung der föderalen Struktur des statistischen Systems.
Verschiedene Meldegepflogenheiten, unterschiedliche Erhebungsbögen und verschieden ausgestaltete Internetseiten der Statistischen Ämter bescheren den Datenmeldern und Datennutzern zum Teil erhebliche Belastungen. Aufwändige Koordinations- und Abstimmungsprozesse zwischen Statistischem Bundesamt und den Statistischen Landesämtern können eine schnelle Umsetzung von Vorhaben verhindern.
Unterschiedliche Begrifflichkeiten für Merkmale, parallel laufende Datenbanken zum gleichen Thema, eine nicht übereinstimmende Preispolitik für den Bezug von Daten und Publikationen und unterschiedliche Angebote für meldepflichtige Unternehmen hinsichtlich der Datenübermittlung an die amtliche Statistik sind weitere Beispiele für belastende Auswirkungen des Föderalismus in der Statistik.
Der BDI hält an dem föderalen Charakter der amtlichen Statistik in Deutschland fest und befürwortet die im Grundgesetz festgeschriebene Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern. Wir halten aber ein effektiveres Zusammenspiel zwischen den Ämtern der Länder und des Bundes für eine unabdingbare Voraussetzung, die amtliche Statistik in Deutschland aktueller, flexibler und innovativer zu gestalten. Dass es hinsichtlich der Bund-Länder-Kooperation Verbesserungspotenzial gibt, zeigt nicht zuletzt die intensiv geführte Diskussion über deren Neugestaltung seitens der Statistikproduzenten selbst, die mit dem Masterplan zur Reform der amtlichen Statistik ihren systematischen Anfang fand.
