GDP and beyond
Die Diskussion um Wachstum und Wachstumsmessung (“GDP and beyond”) hat in jüngster Zeit eine hohe politische Aufmerksamkeit erfahren.
Deren globale Beachtung übertrifft selbst die durch den Bericht des Clube of Rome unter dem Titel “Die Grenzen des Wachstums” im Jahr 1972 ausgelöste Debatte. Die aktuelle politische Bedeutung des Themas beruht vor allem auf einem viel beachteten Gutachten der sogenannten Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission vom September 2009, das den wohl bisher umfassendsten Empfehlungskatalog für eine Verbesserung der Wohlstandsmessung präsentiert. Mit ihren Empfehlungen hat diese Kommission die Kritik am Bruttoinlandsprodukt aufgegriffen, das häufig nicht nur als Maß für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft, sondern auch als Indikator für den Wohlstand eines Landes verwendet wird.
In die gleiche Richtung zielt eine Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament „Das BIP und mehr – Die Messung des Fortschritts in einer Welt im Wandel“, mit der die Kommission an eine im Jahr 2007 veranstaltete Konferenz zum gleichen Thema anknüpft.
Im Dezember 2010 haben der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der französische Conseil d’Analyse Économique (CAE) im Auftrag des Deutsch-Französischen Ministerrates eine Expertise zur Messung von nachhaltigem Wachstum und gesellschaftlichem Fortschritt erstellt. Im Zentrum der Expertise steht die Frage, wie ein statistische Berichtssystem ausgestaltet sein sollte, damit es ein besseres Bild über die Entwicklung eines Landes aufzeigt.
