Mobilitätskonzepte der Zukunft – Chancen und Grenzen der Elektromobilität –
ESMT Climate Lunch Mobilitätskonzepte der Zukunft am 29. Juni 2010
© ESMT
Der BDI intensiviert den Dialog mit der Zivilgesellschaft zum Thema Klimaschutz und Mobilität.
Am 29. Juni 2010 diskutierten die BDI-Initiative »Wirtschaft für Klimaschutz«, der World Wide Fund For Nature (WWF) und die European School of Management and Technology (ESMT) gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und Volkswagen ihre Empfehlungen zu Klimaschutz im Verkehr. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Elektromobilität die aktuelle Diskussion über unsere zukünftige Mobilität dominiere, effektive Lösungen für nachhaltige Mobilität aber bei allen Verkehrsträgern umgesetzt werden müssten. Regine Günther, Leiterin der Klimaschutzabteilung des WWF Deutschland, stellte die von prognos und Öko-Institut erstellte Studie »Modell Deutschland Klimaschutz bis 2050« vor. Für den Verkehrssektor mahnte sie Effizienzverbesserungen insbesondere im straßengebundenen Personen- und Güterverkehr an. Biokraftstoffen aus nachhaltig erzeugter Biomasse werde für den Güterverkehr eine wachsende Bedeutung zukommen.
Matthias Samson, Referatsleiter Umwelt und Verkehr im Bundesumweltministerium, bezeichnete Elektromobilität als eine von mehreren Zukunftsoptionen. Klimapolitisch mache diese nur Sinn, wenn sie mit der ausschließlichen Verwendung von erneuerbarer Energie einhergehe.
Hans-Jürgen Schäfer, Senior Manager Konzern-Aussenbeziehungen, Technik und Wissenschaft, der Volkswagen AG, erklärte, eine emissionsfreie Elektromobilität stelle einen wichtigen Pfad für eine klimaschonende Mobilität dar. Batterieelektrische Fahrzeuge könnten heute allerdings noch nicht alle Reichweitenansprüche der Kunden erfüllen. Die diesbezüglich notwendige Grundlagenforschung an Range-Extender-Konzepten laufe darum auf Hochtouren. Für die deutsche Automobilindustrie seien deshalb richtige Rahmenbedingungen unverzichtbar. Das Geschäftsmodell deutscher Hersteller – Fahrzeuge mit hoher Qualität und Emotionalität – erwirtschafte heute die Mittel, die für weitere Innovationen benötigt würden.
Ben Möbius, Leiter der Abteilung Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation im BDI, unterstrich die schon heute erreichte hohe Effizienz aller Verkehrsträger. Die richtigen Rahmenbedingungen müsse die Politik setzen: bedarfsgerechte Infrastrukturen, optimale Vernetzung der Verkehrsträger und Einsatz innovativer Technologien. Zu den wichtigsten Aufgaben gehörten hocheffiziente Antriebstechnologien. Elektrofahrzeuge mit lokal emissionsfreiem Fahren böten eine vielversprechende Perspektive, vor allem in Megastädten. Weil die Branchen unserer Industrie für das Gesamtsystem Elektromobilität gut gerüstet seien, könne Deutschland Leitanbieter werden. Voraussetzung seien eine technologieoffene Förderung und eine zügige Implementierung.
Der »ESMT Climate Lunch« zum Verkehr war die zweite Veranstaltung einer Reihe, die sich auf Klimaschutzmaßnahmen in den Sektoren Energie, Verkehr und Gebäude konzentriert. Im April stand der »Weg zur Low Carbon Economy« im Fokus der Diskussion.
Die nächste Veranstaltung wird Anfang September zum Gebäudesektor stattfinden. Informationen zum Programm und der Anmeldung finden Sie zeitnah zum Termin unter http://www.bdi.eu/Termine.htm.
Präsentationen des ESMT Climate Lunch Mobilitätskonzepte der Zukunft vom 29. Juni 2010
- Präsentation von Christoph Burger, ESMT CS , 29. Juni 2010
- Präsentation Regine Günther, WWF, 29. Juni 2010
- Präsentation Dr. Ben Möbius, BDI, 29. Juni 2010
