Unternehmensbefragung 2010
Mit der Unternehmensbefragung 2010 hat die KfW zum neunten Mal Fragen zur Situation der Unternehmensfinanzierung aufgegriffen.
In Kooperation mit BDI, BGA, HDE, ZDH und weiteren führenden Wirtschaftsverbänden haben etwa 4.600 Unternehmen an der der Untersuchung im ersten Quartal 2010 teilgenommen.
Die Befragung zeigt, dass sich die Finanzsituation im vergangenen Jahr erheblich verschlechtert hat. Inzwischen berichten 42% der Unternehmen aller Größenklassen von einer erschwerten Kreditaufnahme. Jedoch sind sehr kleine Unternehmen besonders betroffen, was auf die Verschlechterung ihrer Ratingquoten zurückzuführen ist. Für die Kreditnehmer erschweren vor allem die höheren Anforderungen der Kreditinstitute an die Dokumentation von Vorhaben, die Offenlegung von Informationen sowie die Stellung von Sicherheiten die Aufnahme von Krediten.
KfW-Chef Ulrich Schröder verwies in der Präsentation der Untersuchungsergebnisse darauf, dass im Jahr 2010 die Krise, die sich bislang auf die Konjunktur und die Finanzmärkte niederschlug, infolge der Zuspitzung im Euroraum zu einer regelrechten „Trippel-Krise“ ausgeweitet hat. Die hinzugetretenen Probleme der Staatsfinanzen einiger europäischer Staaten, sorgen für hohe Verunsicherung bei der Vergabe von Krediten. Obwohl sich für viele Unternehmen die Finanzierung als echte Herausforderung darstellt, kam es bislang zu keiner flächendeckenden Kreditklemme. Viele Finanzinstitute halten sich jedoch auf Grund der dauerhaften Ratingverschlechterung und der gestiegenen Ausfallrisiken spürbar mit der Kreditvergabe zurück. Viele Unternehmen planen, Investitionen nachzuholen, die für 2009 vorgesehen waren. Die schwierige Finanzsituation könnte dies beeinträchtigen. Damit wäre auch die Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung gefährdet.
Für Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bank, sind es besonders die kleinen Unternehmen, die es schwer haben werden nach einer nach einer Phase der Schwächung in der Krise, eine ausreichende Versorgung mit Krediten in der Erholungsphase sicherzustellen. Stefan Genth, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, stellte als Sprecher der gewerblichen Spitzenverbände klar, dass „die Stabilisierungsprogramme für die Wirtschaft aus dem Deutschlandfonds […] über das Jahr 2010 hinaus fortgesetzt werden“ sollten. Statt einer Eins-zu-eins-Wiederaufnahme müssten Prioritäten gesetzt werden. So sollte man sich auf die stärkere Förderung des Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung der Banken konzentrieren.
Die Studie und weitere Informationen zur Unternehmensbefragung finden Sie hier.

