Top-Up-Deckung für Kreditversicherungen am Start
Ab sofort können kreditversicherte Unternehmen durch das „Top-Up-Cover" zusätzlichen Schutz für ihre Lieferungen im Inland beantragen.
Um deutsche Unternehmen in der aktuellen Situation besser gegen wachsende Risiken abzusichern, hat die Bundesregierung gemeinsam mit den privaten Kreditversicherern ein spezielles Programm aufgelegt, das bestehende Versicherungslücken schließen soll. Der BDI und seine Mitgliedsverbände haben sich seit Frühjahr 2009 mit Nachdruck für eine solche Absicherungslösung eingesetzt. Hintergrund ist die zunehmende Zurückhaltung privater Kreditversicherer, die ihre Prämien und Eigenbehalte der Versicherten zum Teil drastisch erhöht und erhebliche Limitkürzungen vorgenommen haben. Viele Unternehmen erhalten überhaupt keine Deckung mehr. Durch fehlenden Deckungsschutz droht eine Unterbrechung der gesamten Lieferkette und Beschädigung der Zulieferstrukturen.
Die Angebotsverknappung im Warenkreditversicherungsgeschäft hat schon jetzt Auswirkungen auf die Fähigkeit und Bereitschaft von Unternehmen, Lieferantenkredite zu gewähren. Gleichzeitig führt dies zu einer weiteren Verschlechterung der Bonität der betroffenen Unternehmen und erschwert so ihre Kreditaufnahme bei Banken. Ein solcher Teufelskreis soll nun mit dem neuen Programm durchbrochen werden. Verweigert der Kreditversicherer die vollständige Versicherung einer Lieferung, übernimmt der Bund künftig die Differenzsumme. Dabei ist die staatliche Hilfe auf die Deckungssumme des Kreditversicherers begrenzt. Wurde der Versicherungsschutz beispielsweise von 100.000 EURO auf 50.000 EURO gekürzt, so springt der Staat für die volle Lücke ein. Wurde die Deckungssumme auf 30.000 EURO reduziert, ergänzt der Staat um weitere 30.000 auf 60.000 EURO. Beantragen können Versicherungsnehmer den zusätzlichen Schutz, wenn die Versicherungssumme wegen gestiegener Risiken reduziert wurde oder ein Neuantrag nur zum Teil angenommen wurde. Dies gilt ausschließlich für Forderungen an Kunden mit Sitz im Inland.
Wichtige Eckpunkte des Programms:
- Top-Up-Cover wird in Verbindung mit einem Schutz vor Forderungsausfall gewährt, bei dem eine Versicherungssumme seit dem 1.9.2008 reduziert wurde bzw. bei Deckungsanfragen ab dem 1.9.2008, für die nur eine Teilannahme bewilligt wurde.
- Die Top-Up-Deckung darf für einen Versicherungsnehmer 2,5 Mio. EURO pro Kunde nicht übersteigen.
- Der erhöhte Versicherungsschutz wird jeweils für max. sechs Monate gewährt, eine Neubetragung ist möglich.
- Die Kosten belaufen sich auf 2,88 % der gewährten Versicherungssumme; hinzu kommt eine einmalige Kreditprüfungsgebühr von 45 EURO.
- Das Programm ist zunächst bis Ende 2010 befristet.
- Antragsverfahren (z. B. bei Euler Hermes): Formular als PDF auf www.euler.hermes.de herunterladen, ausfüllen und unterschrieben an Euler Hermes senden. Nach Prüfung erhält der Versicherte dann umgehend den Vertrag.
Der BDI begrüßt, dass das Top-Up-Modell endlich genutzt werden kann. Der Programmstart hatte sich immer wieder verzögert. Der BDI geht davon aus, dass Unternehmen jetzt wieder einen höheren Versicherungsschutz erhalten. Die Aufstockungslösung wird jedoch nicht alle Probleme lösen. Viele Unternehmen bekommen derzeit überhaupt keinen Versicherungsschutz mehr. Auch für diesen Unternehmenskreis müssen geeignete Lösungen gefunden werden, wenn die Firmen im Kern gesund sind. Mit relativ geringem Aufwand wäre das Top-up-Modell entsprechend anzupassen.
Weitere Informationen
- Top-Up-Cover, Euler Hermes Kreditversicherung , 15. Dezember 2009

