Mittelstand & Familienunternehmen

MIttelstandsinformationen

Mittelstandsinformationen 6/2010

Arndt G. Kirchhoff Arndt G. Kirchhoff ©BDI
22.12.2010

Die mittelständischen Industrieunternehmen treiben die Konjunktur an.

Die mittelständischen Industrieunternehmen treiben die Konjunktur an. Das ist für mich die wichtigste Schlussfolgerung aus der neuesten Befragung des BDI-Mittelstandspanels. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem: Die Konjunkturaussichten bleiben positiv, auch wenn sich der Aufschwung verlangsamt. Deutschland exportiert sich sozusagen aus der Krise.

Der Aufschwung bestätigt die Binsenweisheit: Die deutsche Wirtschaft und namentlich auch der industrielle Mittelstand sind exportgetrieben. Gerade weil der Weg zum Erfolg über eine Auslandsorientierung geht, fällt um so mehr auf, dass mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen keine geschäftlichen Beziehungen ins Ausland unterhält. Hier sind Reserven, die es zu heben gilt. Was können wir also tun, um die noch ungenutzten Internationalisierungsreserven im Mittelstand zu heben? Ich sehe einen wesentlichen Ansatzpunkt bei der staatlichen Außenwirtschaftsförderung. Wenn über ein Drittel der Befragten die Fördermaßnahmen überhaupt nicht kennen, dann haben wir ein Informations- und Kommunikationsproblem.

Außerdem gibt es Vermittlungsprobleme: die zahlreichen Akteure, die unterschiedlichsten Instrumente und Ansatzpunkte sowie die entsprechenden Zugangswege und Voraussetzungen für diese Fördermöglichkeiten sind weder transparent noch einheitlich koordiniert. Ich begrüße sehr, dass Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle Mitte dieses Jahres eine Außenwirtschaftsoffensive vorgestellt hat. Aber wäre es nicht ratsam gewesen, gleich alle anderen Ressorts, die ebenfalls in der Außenwirtschaftsförderung tätig sind, in eine solche Offensive mit einzubeziehen? Natürlich ist es entscheidend, dass wir durch die Handelspolitik überhaupt die Voraussetzungen für freien und fairen Welthandel schaffen und wir gleichzeitig für entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten sorgen. Aber mehr Transparenz und mehr Koordination der Außenwirtschaftsförderung – das wäre insbesondere für Mittelständler ein erster wichtiger Schritt auf Auslandsmärkte. Schließlich beginnt jede lange Reise immer mit einem ersten Schritt.

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