Familienunternehmen wollen Exporte steigern
Die größten Familienunternehmen in Deutschland
©BDI
BDI, Deutsche Bank und das Institut für Mittelstandsforschung präsentieren ihre Frühjahrsbefragung der größten Familienunternehmen.
Die Familienunternehmen in Deutschland sind in hohem Maß auf Auslandsmärkten aktiv und erwarten auch für dieses Jahr eine Steigerung ihrer Exporte. Indien entwickelt sich aus Sicht der Familienunternehmen zum Wachstumsmarkt der Zukunft. China, heute schon der zweitwichtigste Markt für Familienunternehmen, wird Frankreich als bedeutendsten Absatzmarkt ablösen. Die Unternehmen profitieren bei ihrem Auslandsengagement von den Stärken des Wirtschaftsstandorts Deutschland, den sie durchweg positiv bewerten. Viele Familienunternehmen fürchten jedoch, dass sich die Eurokrise negativ auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken wird. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland – Befragung Frühjahr 2011“, die Deutsche Bank, BDI und das Institut für Mittelstandsforschung, IfM, Bonn heute in Berlin vorgestellt haben. Befragt wurden rund 400 der 2.688 größten Familienunternehmen in Deutschland.
Wirtschaftsstandort Deutschland
Deutschland hat die Wirtschafts- und Finanzkrise mit seiner exportgetriebenen Wirtschaft schneller und erfolgreicher hinter sich gelassen als die meisten Industrieländer. Hierzu haben auch die großen Familienunternehmen beigetragen, die sich aus Deutschland heraus im internationalen Wettbewerb gut behauptet haben. Die Befragung zeigt, dass mehr als drei Viertel (84,2 Prozent) der Familienunternehmen den Wirtschaftsstandort Deutschland positiv bewerten. Fast jeder vierte Unternehmer (23,4 Prozent) beurteilte die Attraktivität Deutschlands sogar als deutlich höher im Vergleich zum Ausland. Hierzu beigetragen hat, dass Deutschland hinsichtlich der Lohnstückkosten gegenüber anderen Volkswirtschaften erheblich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen hat. Die wirtschaftlichen Aussichten für 2011 bewerten die Unternehmen positiv. Für dieses Jahr planen zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) die Investitionsbudgets zu erhöhen und neue Mitarbeiter einzustellen (67,4 Prozent).
„Wenn Deutschland im Kern ein starkes Industrieland bleiben soll, wozu die industriellen Familienunternehmen ihren Teil beitragen, dann müssen die Standortvorteile gesichert und ausgebaut werden. Konjunkturell bedingt herrscht derzeit allgemeine Zuversicht. Trotzdem dürfen wir strukturelle Probleme in Deutschland nicht übersehen. Zentral gehören dazu die seit Jahren rückläufigen Investitionen am Standort Deutschland“, sagte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses.
Auslandsaktivitäten der größten deutschen Familienunternehmen
Neun von zehn Familienunternehmen vertreiben Produkte und Dienstleistungen auf internationalen Märkten. Für mehr als ein Drittel der Familienunternehmen (35,4 Prozent) zählt Frankreich heute zu den drei wichtigsten Absatzmärkten - vor China (27,4 Prozent) und den USA (25,3 Prozent). Hinsichtlich der Einschätzung zukünftiger Wachstumsmärkte wird sich Indien zum Wachstumsmarkt der Zukunft entwickeln und zum fünftwichtigsten Handelspartner aufsteigen. China wird zum wichtigsten Exportland, vor Frankreich, den USA und Russland.
„Der Weg ins Ausland ist für viele Unternehmen nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Die Banken in Deutschland haben durch die Finanzierung des Außenhandels - auch durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hinweg - die notwendigen Voraussetzungen für das internationale Wachstum deutscher Unternehmen geschaffen,“ sagte Jürgen Fitschen, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank, anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse.
Ein Drittel der Unternehmen, die bereits international aktiv sind, wollen auf weiteren Auslandsmärkten aktiv werden. Angeführt wird die Wunschliste von Indien (19,5 Prozent) und China (16,5 Prozent). „Die Devise der Familienunternehmen lautet somit: Go East“, so Prof. Frank Wallau, IfM Bonn.
- PM Frühjahrsbefragung Familienunternehmen, 02.05.2011
- Statement Herr Kirchhoff, 02.05.2011
- Statement Prof. Dr. Frank Wallau, 02.05.2011
- Frühjahrsbefragung Familienunternehmen 2011, 02.05.2011
