"Wieder mehr in Deutschland investieren"
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„Die Erfolgsgeschichte der deutschen Industrie setzt sich 2011 fort.“
„Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber die Lage ist mit Blick auf die Tragödie in Japan und die Krise der Euro-Zone fragil.“ Das sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel auf der Eröffnungsfeier der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe 2011 am Sonntag in Hannover.
„In Deutschland wird nicht genug investiert, das müssen wir ändern“, sagte der BDI-Präsident. Mit der „BDI-Investitionsagenda. In Deutschland investieren“ präsentiert der Spitzenverband auf der Hannover Messe 128 Handlungsfelder, mit denen sich die Investitionstätigkeit in Deutschland dauerhaft erhöhen lässt. Der Katalog umfasst alle relevanten Standortfaktoren – zum Beispiel umfassen sie das Steuerrecht und Finanzierungsfragen, die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren und ausländische Direktinvestitionen. „Bei konsequenter Umsetzung wird die Investitionsagenda zu mehr Investitionen, höherem Wachstum und mehr Beschäftigung führen“, sagte Keitel.
Aufgrund einer Nettoinvestitionsquote knapp über der Nulllinie liege auch das langfristige Wachstumspotenzial nur noch bei 1,3 Prozent. „Wir sind kurz davor, von der Substanz zu zehren. Wir müssen die Rahmenbedingungen so verändern, dass Deutschland wieder zu einem beliebten Investitionsstandort wird“, forderte Keitel.
Ein besonderes Augenmerk gilt im Industrieland Deutschland der sicheren, sauberen und preislich wettbewerbsfähigen Versorgung mit Energie. „Kein Mensch will nach Fukushima zur Tagesordnung übergehen. Es ist aber zu einfach, die Abschaltung der Atomkraftwerke oder den schnelleren Ausstieg zu verlangen – das könnte jetzt jeder fordern. Erheblich schwieriger ist es zu sagen, was stattdessen kommt“, unterstrich Keitel.
Bezogen auf Frankreich, das diesjährige Partnerland der Hannover Messe, sagte Keitel: „Unsere Überlegungen und Entscheidungen in der Energiepolitik haben nicht nur eine nationale, sondern vor allem eine europäische Dimension. Wir könnten uns vorstellen, dass Frankreich ein Wörtchen mitreden möchte, wenn Deutschland auf Importstrom aus Kernkraft setzt. Deshalb spricht sich die deutsche Industrie für europaweite Stresstests von Kernkraftwerken aus.“
- BDI-Investitionsagenda 2011, 04.04.2011
- Pressemitteilung, 03.04.2011
