Verkehrstelematik

Verkehrstelematik

Intelligente Verkehrsleitsysteme Intelligente Verkehrsleitsysteme © Fotolia (Manfred Steinbach)

Intelligente Verkehrssysteme sind ein wesentlicher Schlüssel für eine sichere, saubere, leise und effiziente Mobilität.

Ein intelligentes Verkehrsmanagement kann wesentlich dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und unerwünschte Effekte wie Staus oder verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren. Interaktive Informationsdienste können dem Nutzer eine wertvolle Entscheidungshilfe bei der Verkehrsträgerwahl, der Kombination verschiedener Transportmittel wie auch der Optimierung der Verkehrswege geben. Die deutsche Industrie arbeitet an der Weiterentwicklung der dazu notwendigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die EU und die Mitgliedstaaten sind gefordert, durch eine breit angelegte Forschungsförderung, durch Standardisierung und eine Harmonisierung intermodaler Informationsdienste die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Entsprechende Innovationsstrategien – wie im aktuellen EU Weißbuch Verkehr angedacht – zur Verbesserung von Verkehrsmanagement und Informationsdienstleistungen durch IVS, SESAR, ERTMS, SafeSeaNet und RIS finden die volle Unterstützung der deutschen Industrie. Bestehende technologische Entwicklungen dürfendabei aber nicht entwertet werden. Es ist vielmehr erforderlich, vorhandene Schnittstellen zu verbinden und grenz-überschreitend administrative, technische und rechtliche Barrieren abzubauen. Denn auch hier gilt: intelligente Verkehrsmanagementsysteme können ihren Nutzen nur in einem einheitlichen Verkehrsraum optimal entfalten.

Flugverkehrsmanagementsystem SESAR
Die Optimierung des Flugverkehrsmanagements im europäischen Luftraum ist dringend erforderlich. Die bestehende Fragmentierung des europäischen Flugverkehrsmanagements entlang der nationalen Grenzen verhindert eine optimale Nutzung der Kapazität. Unnötige Streckenverlängerungen, die Behinderung des Verkehrsflusses und die Verschwendung von Kerosin mit zusätzlicher Belastung der Umwelt sind die Folgen. Das Flugverkehrsmanagementsystem SESAR kann mit entsprechenden neuen Technologien zu erheblichen Effizienzgewinnen beitragen. Dies vorausgesetzt, könnten die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen künftig auch an die Entwicklung neuer Technologien angepasst werden, wie es die EU-Kommission im Weißbuch Verkehr vorsieht.

Vereinfachung und Vereinheitlichung von Zahlungsvorgängen und Dokumentationspflichten im Güterverkehr
Das EU Weißbuch Verkehr sieht eine Reihe von Maßnahmen wie die EU-weite Einführung eines elektronischen Frachtbriefs, die Harmonisierung der Zahlungssysteme bei der Lkw-Maut oder die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für Ortungstechnologien wie RFID vor, die darauf abzielen, Zahlungsvorgänge und die Organisation der Warenläufe im Güterverkehr entlang der Lieferkette zu vereinheitlichen und gleichzeitig zu vereinfachen.Diese Maßnahmen sind richtig, weil sie den Verwaltungsaufwand im Frachtverkehr reduzieren und Zeit- wie auch Kosteneinsparungen ermöglichen. Dabei sollte auf bestehende Entwicklungen im Güterverkehr – der elektronische Frachtbrief und RFID-Technologien sind vielerorts bereits gängige Praxis – Rücksicht genommen und die Industrie bei der Weiterentwicklung der Technologien und Anwendungen einbezogen werden.

Marktchancen sind groß
Der Weltmarkt für Verkehrstelematik könnte unter den richtigen Rahmenbedingungen stark expandieren. Für 2020 könne laut Experten von einem weltweiten Volumen von 30 bis 50 Milliarden Euro ausgegangen werden. Allein für Deutschland könnte sich der Markt auf drei bis vier Milliarden Euro belaufen. Ihr umfassender Einsatz im Jahr 2020 könnte etwa drei bis fünf Prozent des heutigen Energieverbrauchs im Verkehr einsparen und gleichzeitig die Treibstoffkosten um etwa zwei bis sechs Milliarden Euro reduzieren. Diese Chancen will die deutsche Industrie als Vorreiter auf vielen Teilmärkten der Verkehrstelematik nutzen.

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