Wirtschaftsordnung / Soziale Marktwirtschaft
Die Wirtschaftsordnung bildet mit ihrem Bündel aus wirtschaftsrelevanter Gesetzgebung und informellen Regeln gewissermaßen die Geschäftsgrundlage für das Wirtschaftsleben in unserer Volkswirtschaft.
Eine verlässliche Wirtschaftsordnung fördert die Investitionstätigkeit, schafft langfristiges Konsumentenvertrauen in die Zukunft und sichert so Wachstum und Beschäftigung auf hohem Niveau. Unsere Wirtschaftsordnung ist die soziale Marktwirtschaft.
Während sich mit dem Begriff Soziale Marktwirtschaft lange Jahre der Erfolg des deutschen Wirtschaftsmodells in der Nachkriegszeit – der Wirtschaftswunderjahre – verband, ist das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft in jüngster Zeit deutlich ins Wanken gekommen. Auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde die Soziale Marktwirtschaft noch weitgehend mit „Wohlstand für alle“ gleichgesetzt. Inzwischen hat sich aber große Skepsis gegenüber den Vorteilen des marktwirtschaftlichen Systems breit gemacht. In einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung wachsen Zweifel, ob die Soziale Marktwirtschaft angesichts des härteren Wettbewerbs zwischen den Standorten und der fortschreitenden Globalisierung unseren Wohlstand erhalten und mehren kann. Dass eine gut laufende Wirtschaft nicht mehr automatisch zu steigendem Wohlstand für den Einzelnen führt, ist mittlerweile für weite Kreise der Bevölkerung nur noch schwer nachvollziehbar. Die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft sinkt. Offenbar fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung von den Prozessen und Ergebnissen unserer Wirtschaftsordnung benachteiligt. Damit bröckelt die Geschäftsgrundlage des Wirtschaftens am Standort Deutschland.
Dabei ist die Soziale Marktwirtschaft auch oder sogar gerade unter den Bedingungen der Globalisierung der beste Ordnungsrahmen, um Wohlstand und Teilhabe im Sinne von Chancengleichheit zu gewährleisten. Sie ist ohne Alternative. Kein anderes Wirtschaftssystem hat jemals unter Beweis gestellt, dass es diese Ziele besser erreichen könnte. Dies wird bei aller Kritik an der marktwirtschaftlichen Ordnung systematisch übersehen oder ausgeblendet. Verteilungsstaaten produzieren regelmäßig weniger Wohlstand und soziale Verteilungsmasse. Die Soziale Marktwirtschaft ist alles andere als unsozial. Nur sie ist in der Lage, überhaupt die Verteilungsmasse zu erzeugen, die für eine hoch entwickelte Sozialpolitik notwendig ist. Sie ist im wohl verstandenen Sinne auch nicht ausschließlich kalter ökonomischer Logik verpflichtet. Als kalt haben sich vielmehr die verschiedenen Spielarten des Sozialismus erwiesen, der nicht einmal elementare Grundbedürfnisse des Menschen zu befriedigen in der Lage ist.
