Algerien
Algerien hat im Jahr 2010 voraussichtlich ein Bruttoinlandsprodukt von fast 160 Mrd. US-$ realisiert und ist damit die größte Volkswirtschaft des Maghreb.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland hat sich während des vergangenen Jahrzehnts sehr positiv entwickelt, was sich auch in einem kontinuierlich steigenden Handelsaustausch widerspiegelt.
Erfreulich war insbesondere, dass die deutschen Exporte nach Algerien im Krisenjahr 2009 nahezu stabil blieben. Allerdings weisen die Exportzahlen für 2010 einen Rückgang von - 9,8 % aus. Die deutschen Importe aus Algerien konnten 2010 dagegen um 6,9 % zulegen.
Grundsätzlich bietet der algerische Markt deutschen Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten. Die algerische Regierung beabsichtigt, in den kommenden fünf Jahren mehr als 280 Mrd. US-$ in die Modernisierung der Infrastruktur und des Industriesektors zu investieren. Das Land verfügt zudem über rund 150 Mrd. US-$ an Devisenreserven und ist nahezu schuldenfrei.
Nachdem Algerien sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich geöffnet hat, ergreift die Regierung seit Mitte 2008 allerdings wieder vermehrt Maßnahmen, die heimische Wirtschaft zu schützen. Ausländischen Unternehmen ist zum Beispiel nicht mehr gestattet, Mehrheitsbeteiligungen an Großprojekten zu halten. Auch Handelsgeschäfte zum Warenimport können nur noch mit einer algerischen Beteiligung von mindestens 30 % eingerichtet werden.
Der BDI unterstützt den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Algerien und setzt sich für eine Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Reformkurses ein. Forderungen sind beispielsweise der baldige WTO-Beitritt Algeriens, die Abschaffung von Pflichtbeteiligungen lokaler Partner an ausländischen Investitionsprojekten sowie die Vereinfachung der Visaformalitäten für Geschäftsreisende. Nach der Reise von Bundeskanzlerin Merkel im Juli 2008 nach Algier absolvierte Präsident Bouteflika seinen Gegenbesuch in Berlin im Dezember 2010. Um den wirtschaftlichen Dialog zwischen beiden Ländern zu verstetigen, haben sich beide Regierungen über die Einrichtung einer Gemischten Wirtschaftskommission (GWK) verständigt, die im März 2011 zum ersten Mal zusammengetreten ist.
