Das BilMoG in der Praxis mittelständischer Unternehmen
Eine empirische Untersuchung der Konzernabschlüsse 2010
Eine neue Studie beleuchtet das BilMoG in der Praxis mittelständischer Unternehmen.
BilMoG als umfassendste Reform seit über 20 Jahren
Das am 29. Mai 2009 in Kraft getretene Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) markiert die umfassendste Reform der handelsrechtlichen Rechnungslegung seit dem Bilanzrichtlinien-Gesetz aus dem Jahr 1985. Ziel der Reform war die Verbesserung der Aussagekraft handelsrechtlicher Jahres- und Konzernabschlüsse. Überdies sollte insbesondere mittelständischen Unternehmen, die das Herzstück der deutschen Wirtschaft repräsentieren, eine vollwertige, aber kostengünstigere Alternative zu den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) eröffnet werden. Diese Reform war umso dringlicher, als der IASB mit seinem Standard für Small and Medium Sized Entities (SMEs) nunmehr auch bei nichtkapitalmarktorientierten Unternehmen für die Anwendung internationaler, an die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen angepasster Rechnungslegungsgrundsätze wirbt.
Ein erster Überblick über die Neuregelungen des BilMoG wurde bereits mit der BDI-Ernst & Young-Broschüre vom April 2009/August 2010 »Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – Überblick zu den wesentlichen Änderungen« vermittelt. Daran anknüpfend werden in der vorliegenden Studie »Das BilMoG in der Praxis mittelständischer Unternehmen – eine empirische Untersuchung von Konzernabschlüssen 2010« die Ergebnisse einer empirischen Studie vom BDI, Ernst & Young und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart zusammengefasst.
Studie untersucht erstmalige Anwendung und Umsetzung des BilMoG
Nachdem das BilMoG im Jahr 2010 nunmehr erstmals flächendeckend dem Praxistest unterlag, war es Ziel der Autoren, zu untersuchen, wie die erstmalige Anwendung und Umsetzung des BilMoG in der Praxis erfolgte. Dabei war zum einen von Interesse, wie sich die Aufgabe von tradierten Wahlrechten (z. B. für Aufwandsrückstellungen oder steuerfreie Rücklagen) auf die Abschlüsse auswirkte und zum anderen, wie das Angebot neuer, bislang nur aus der internationalen Rechnungslegung vertrauter Abbildungsmöglichkeiten (z. B. die Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens oder die Bildung von Deckungsvermögen) vom Mittelstand in Anspruch genommen wurde. Im Fokus der Untersuchung standen bewusst die nicht-kapitalmarktorientierten, mittelständischen Unternehmen als primäre Adressaten der Bilanzrechtsmodernisierung. Untersuchungsgegenstand waren Konzernabschlüsse des Geschäftsjahres 2010, die bis zum Untersuchungsstichtag im September 2011 veröffentlicht waren. Diese wurden im Hinblick auf die praktische Umsetzung wesentlicher, durch das BilMoG eingeführter Änderungen in der Rechnungslegung ausgewertet und verglichen. Neue Vorgehensweisen und reine Umstellungseffekte wurden gesondert herausgearbeitet.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung stellen wir Ihnen in der vorliegenden gemeinsamen Studie vor. Sie soll Anwendern ebenso wie anderen Interessierten in Theorie und Praxis helfen, einen ersten Überblick zur praktischen Anwendung und Umsetzung der neuen Regeln im Mittelstand zu erhalten.
Die Studie ist hier zum Download erhältlich.
